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Was läuft falsch in der BJJ-Szene und wie können wir Jiu Jitsu besser machen?

31 Jan 2017

 

Wenn Du diesen Blog liest ist eines ziemlich sicher... 

 

Du liebst Jiu Jitsu! Tue ich auch. 

 

Allerdings ist nicht alles immer perfekt. 

 

Konkurrenz zwischen Teams, Sport vs Oldschool oder einfach nur komische Turnier-Regeln... Hin und wieder gibt es einfach Dinge, die uns aufregen.

 

Diese Woche haben wir 3 Schwarzgurte gefragt, was ihrer Meinung in der Szene falsch läuft und wie man es besser machen könnte. Hier sind Ihre Antworten. 

 

#1: Mangel an Schiedsrichtern

 

Als ein großes Problem, wenn vielleicht auch nicht das größte, sehe ich eines, das selten angesprochen wird: den Mangel an guten Schiedsrichtern in den kleineren bis mittleren Turnieren. Heutzutage gibt es jedes Wochenende Turniere und das ist sehr gut für unseren Sport. Aber leider gehen viele Sportler aufgrund von Fehlentscheidungen enttäuscht oder sauer nach Hause.

 

Ich finde es sehr unfair, wenn Hingabe, Energie, Zeit und Geld, die ein Sportler investiert, nicht ernst genommen werden, indem Schiedsrichter verpflichtet werden, die nicht richtig vorbereitet sind, entsprechend viele Fehler machen und letztlich dem unterlegenen Kämpfer den Sieg zusprechen.

 

Turnierveranstalter machen oft keinen großen Profit und versuchen deshalb überall zu sparen, und wo sie das am häufigsten tun, ist bei der Verpflichtung guter Schiedsrichter.

 

Oft bitten die Veranstalter eigene Trainingspartner oder Bekannte aus anderen Gyms für ein kleines Entgelt als Schiedsrichter zu arbeiten, obwohl diese noch nicht Braungürtel sind und das Regelwerk nicht ausreichend kennen. Manchmal sind es auch Schwarzgürtel, aber auch das garantiert keinen guten Schiedsrichter.

 

Ein Weißgürtel, der sich bei einem kleinen oder mittleren Turnier anmeldet und sich dafür vorbereitet mit allem, was dazu gehört – Anmeldegebühren und Anreise bezahlen, vielleicht Wettkampfdiät machen, zahllose Trainingsstunden usw. – hat den gleichen Anspruch auf einen fairen Wettkampf wie ein Schwarzgürtel bei der Europameisterschaft. Niemand gewinnt hier Geld oder ein Sponsoring, selten gibt es mehr als eine Medaille. Es geht um die Erfüllung von Träumen, das Erreichen von Zielen, um Anerkennung und Selbstbestätigung, und es ist extrem frustrierend für den Kämpfer, aber auch für den Trainer und die Zuschauer, wenn ein Schiedsrichter einen Kampf falsch beurteilt.

 

Die Lösung ist einfach: gute Schiedsrichter bezahlen. Weniger Profit, dafür faire Kämpfe und zufriedene Sportler ;)

 

 

- Ana Yagües erhielt ihren Schwarzgurt 2016 von Ezekiel Zayas. Sie ist Physikerin, Mutter zweier Kinder und erfolgreiche Wettkämpferin (u.a. Weltmeisterin Brown Absolute). Mehr Infos findet Ihr auf der Seite ihrer Nexus Fighting Academy in Hamburg  und ihrem Blog. 

#2: Macht, Geld und  Wettkampfregeln

 

Im Grunde sehe ich „in der Szene“ kein BJJ-spezifisches Problem sondern denke, dass BJJ mit den gleichen Problemen konfrontiert wird, wie jede andere „populäre“ Kampfsportart. Wenn ich es eingrenzen muss, würde ich hier zwei große Themen nennen:

 

Eines ist immer "Macht und Geld“. Politische und finanzielle Interessen führen langfristig zum Qualitätsverlust im Kampfsport! Sei es z.B. durch „Verschenken“ oder gar „Verkaufen“ von Gürteln aus politischen Interessen oder einfach um Mitglieder zu halten oder zu gewinnen...

 

Auf der anderen Seite sehe ich das Wettkampfproblem, durch welches sich der Sport infolge von bestimmten Regeln, und den sich daraus entwickelnden spezifischen Techniken und (Wett-)Kampf Strategien (wie zum Beispiel auch im Judo oder Taekwondo), von seinem ursprünglichen Zweikampfgedanken (Selbstverteidigung & „Freikampf ohne Regeln“) entfernt.

 

Habe ich da eine Lösung? Nicht pauschal – aber ich denke, dass Respekt ein wesentlicher Faktor ist, der zumindest positiv wirken kann. Wenn ich das BJJ als Ganzes respektiere, so erkenne ich gleichermaßen den modernen Wettkampf wie auch die Selbstverteidigung an. Wenn ich Leistung, Einsatz und Fähigkeiten respektiere, dann werde ich nie in die Verlegenheit kommen,  Gürtel zu verschenken oder zu verkaufen. Der Erhalt und zugleich die Weiterentwicklung liegt in unser aller Hände – und gegenseitiger Respekt ist m.E. ein wichtiger Grundbaustein um das BJJ weiter zu verbreiten!

 

 

-Philipp „Mono“ Wolf: Philipp ist Arzt, erfolgreicher MMA-Kämpfer (u.a. Europameister Shooto) und hält seinen Schwarzgurt unter Mario Stapel. Er trainiert das BJJ-Team Neustadt in Holstein. 

 

#3: Die vergessene Basis

 

Das ist eine schwere Frage und will mich da jetzt auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Jiu Jitsu ist auf dem Vormarsch und stetig am Wachsen. Aber ich denke eines der Hauptprobleme ist, dass viele heute nicht mehr verstehen was Jiu Jitsu eigentlich ist.

 

Viele reihen nur noch Techniken aneinander, aber verstehen nicht die Anwendungsprinzipien hinter den Techniken, die sie eigentlich erst effektiv machen. Auch ist es ein riesen Problem, dass Leute die Basis vernachlässigen.

 

Immer wenn ich auf Seminaren Details zu Basistechniken unterrichte, sind viele der Meinung, dass das „high level“, „invinsible Jiu Jitsu shit“ ist - ist es aber nicht: das ist die Basis die eigentlich jeder können (nicht kennen) sollte.

 

Was ich dagegen mache? Ganz einfach: in meinem Trainings Center und allen angeschlossen Teams unterrichten wir Jiu Jitsu so, wie ich es gelernt habe und wie es die Familie Gracie schon immer unterrichtet hat. Mit allen Prinzipien die dazu gehören - ein Jiu Jitsu das man in jeder Situation anwenden kann: Egal ob im Ring/ Käfig, auf der Matte oder auf der Straße.

 

-Mario Stapel ist dreifacher Vater, deutsches MMA-Urgestein und der erste deutsche Schwarzgurt (2002). Heute hält er den 3. Dan, ist damit einer der höchst graduiertesten Deutschen und trainiert das Team Stapel in Asslar

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